Die Protagonistin Loana


Die Protagonistin Loana (aus *Sonnenwarm und Regensanft* - Bd. 2 – Sonnensturm) stellt sich vor:

 

Hallo, ihr da in der Menschenwelt!

Mein Name ist Loana, einfach nur Loana. Da, wo ich herkomme, kennt man keine Nachnamen. – Fast keine, denn die Mitglieder des Königshauses bilden da eine Ausnahme. Mein Geliebter ist der König des westlichen Elfenreiches. Er heißt Viniestra Tusterus, aber Pssst!, das hört er gar nicht gern. Er will einfach nur kurz und knapp Vitus genannt werden.

Ja, es sieht tatsächlich so aus, als würde mich dieser gutaussehende, mächtige und äußerst temperamentvolle Mann lieben - und ich ihn. Seufz.

 

Ich darf nicht zu viel daran denken, wie liebevoll er manchmal sein kann. Dann läuft es mir nämlich heiß und kalt den Rücken rauf und runter.

 

Es war ein wirklich ungewöhnliches Erlebnis, Vitus kennenzulernen. Dabei ging es mir zu der Zeit furchtbar schlecht. Mein erster Ehemann, Tanguy, war getötet worden. Mich hatte man aus dem Haus in der Bretagne mit nichts als meiner Kleidung am Leib hinausgeworfen. Auch wenn ich eine Heilerin bin, was selbst in unserer Welt selten ist, konnte ich mich gegen die Übermacht nicht wehren. Hätte ich mich seinerzeit nicht zu Fuß zu meinem König aufgemacht und darauf bestanden, mit ihm sprechen zu dürfen, wer weiß, was dann geschehen wäre.

 

So aber verliebte ich mich in diesen barwunderen Mann. Sagt man das so: Barwunder? Als bretonische Elfe habe ich hin und wieder Probleme mit der deutschen Sprache, besonders, wenn ich müde werde. Dann können die Worte in meinem Kopf schon Mal Purzelbäume schlagen. Ach ja: Wunderbar, meinte ich. Vitus ist einfach wunderbar.

 

Genau wie ich hatte auch er es nicht leicht im Leben. Viele Schicksalsschläge haben ihn geprägt. Doch nie hat er seine Liebe zur Familie verloren, insbesondere zu seinen erwachsenen Zwillingen Viktor und Viktoria. Die Mutter, eine Menschenfrau, starb bei deren Geburt; eine sehr traurige Geschichte. Veronika Müller, so hieß sie, hatte vor ihrem Tod die Namen ausgesucht: Viktor oder Viktoria, je nachdem. Da wussten sie noch nicht, dass es Zwillinge werden würden. Vitus hatte dem Wunsch seiner großen Liebe entsprochen. Ja, und dann starb sie. Neunzehn Jahre lang hat er um sie getrauert, tut es heute noch, so wie ich um meinen Tanguy. Nichtsdestotrotz haben wir uns gefunden - und wir lieben einander, sehr.

 

Wer glaubt, hier im Elfenreich sei es immer nur ruhig und beschaulich, dem muss ich widersprechen. Ständig passiert irgendetwas Unvorhergesehenes. Leider sind das häufig schreckliche Dinge, die auch schon den Tod gebracht haben. Und wenn hier doch einmal Ruhe einkehrt, dann läuft in der Menschenwelt etwas schief.

 

Natürlich wissen die Menschen nichts von unserer Welt, die ihrer so nah ist. Es wäre ein Fiasko, wenn sie Wind davon bekämen. Deshalb muss ich euch auch bitten, über dieses Geheimnis Stillschweigen zu bewahren. Ihr bildet da sicherlich eine Ausnahme von den Menschen, die sich einfach irgendwo breitmachen und des "Fremden Land" in Anspruch nehmen würden, nicht wahr?

 

Es gibt noch weitere Ausnahmen:

Vitus‘ Sohn, Viktor, hat sich vor einiger Zeit in ein Menschenmädchen namens Anna Nell verliebt, ein sehr hübsches Mädel, dass sich zwar noch etwas finden muss, aber auf dem besten Weg ist. Interessant ist, dass sie – wie wir – Gedankenlesen kann und noch einiges mehr. Auch ihr Bruder hat diese Fähigkeit. Bei Annas Schwester bin ich mir noch nicht sicher, doch auch in ihr scheint etwas Elfisches zu schlummern. Die Familie Nell muss elfische Wurzeln besitzen, nur woher? Ich bin mir sicher, dass mein Vitus des Rätsels Lösung schon bald finden wird.

 

Oh, ich muss Schluss machen. Wonu, der Koch ruft mich. Tztztz, erst meckert er herum, weil er mich ihm nicht helfen lassen wollte, und nun will er etwas von mir. Na dem werde ich ... Eigentlich sind sie alle sehr nett hier im Schloss, aber ich hätte schon gerne eine Aufgabe. Ich bin es nicht gewohnt, mir von Bediensteten den A..., ähm, Allerwertesten hinterhertragen zu lassen. Drum wäre ich froh, wenn ich Wonu helfen könnte. Mal schauen!

 

 

Also, nichts für ungut. Auf Wiedersehen – oder Tschö, wie Anna aus Düsseldorf immer zu sagen pflegt.